Barra da Tijuca 2007

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Die klassische Supergroup?

Es ist wichtig sich als Musiker weiter zu entwickeln, gute Gitarristen gibt es viele, aber wenn man überlegt wer richtig gute Songs hat, dann bleiben nur noch die Superstars übrig. Deswegen reicht es nicht nur ein guter Instrumentalist zu sein, man muss sich auch in den anderen Disziplinen weiterentwickeln, sozusagen allumfassend präsent sein.

Deswegen habe ich mich in Punkto Gitarren auf dem Album zurückgenommen. Allerdings nicht als Songwriter : Hier war es mir sehr wichtig Abseits vom üblichen Powerchord zu arbeiten, um einfach eine frische, neue Interpretation zu bekommen. Es sind sehr viele Songs „Rhythm and Bluesartig“, „Soulig“, besonders bei der Gesangsführung, der Instrumentierung und nicht zuletzt durch die Interpretation der Musiker. Aber auch die Sounds der Instrumente spielen eine große Rolle. Ich würde die Songs vor allem als „erdig“ bezeichnen, abseits von der heutigen Massenware aus dem Computer. Auch ein Grund für mich in den Studios zu arbeiten, in denen ich war. Ich betrachte einen großen Teil der heutigen Musikszene in Europa und Deutschland sehr skeptisch, alle Produktionen klingen gleich, keiner wagt mehr etwas Neues. Das soll keine allgemeingültige Kritik sein, sondern einfach nur verständlich machen, wie ich denke und warum mein Album so geworden ist.

Aufgewachsen bin ich, in den sechziger Jahren, mit schwarzer Musik und natürlich allem was aus England und den USA zu dieser Zeit zu uns herüber kam. AFN, das war unsere Inspirationsquelle, hier gab es all die aufregende Musik zu hören, von der die deutsche Radiolandschaft so weit entfern war und ist. Uns gefiel stilübergreifend so vieles, alles weckte das Interesse, es gab nur den eigenen Geschmack als Kriterium, als Grenze. Dieser, meiner Tradition folgend, werde ich in Zukunft weiter Musik schreiben, Musik machen und bestimmt keine Rücksicht auf den Zeitgeist nehmen.

Allerdings kennt man jetzt meinen Stil, nachdem er in den letzten Jahren natürlich auch schon zu erahnen war. Ich bin fest davon überzeugt, das diese Sicht der Dinge sehr vielen Menschen aus dem Herzen spricht, das sich viele mit dem heutigen Schubladendenken nicht abfinden wollen.

Warum Rio, Miami, New York?

Ich habe mir für die Produktion meines ersten Albums diese Städte ausgesucht, um mit Musikern aus verschiedenen Kulturen zusammen zu kommen, Musik zu machen und mir eine Atmosphäre zu schaffen, die ein Album mit internationalen Ansprüchen einfach braucht. Die Interaktion mit den sehr verschiedenen Musiker, Menschen, hat mich sehr stark inspiriert und mir beim Songwriting den nötigen Schub verschafft.

Ich habe mir die Musiker nach folgenden Gesichtspunkten ausgesucht:

Um es kurz zu fassen könnte ich jetzt einfach sagen, ich wollte „Weltmusiker,“ die in allen Stilen zuhause sind, aber ich hatte schon sehr genaue Vorstellungen zu den Fähigkeiten der einzelnen Mitstreiter! Drums, Bass und Percussions sollten natürlich aus dem Land des Rhythmus kommen, aus Brasilien!

Eine perfekt Basis für die funkigen Songs und für die rockigen Stücke eine tolle Abwechslung in der Interpretation, weit weg von den alten, ausgetretenen Pfaden! Darauf aufbauend kommen dann der Pianist und Keyboarder und ich aus Europa dazu, getoppt durch einen amerikanischen Rock and Roll Shouter der Extraklasse, im Soul und Blues genauso zuhause wie in einer Rockband. Wiederum unterstützt von Brasilien Top Backgroudsängerinnen, sehr soulig, viel Rhythm and Blues! Die Musiker sind einfach Originale, mit Interpreten der jeweiligen Einflüsse wollte ich mich nicht zufrieden geben.

Klar war aber, dass ich kein Weltmusikalbum im eigentlichen Sinn machen wollte, sondern die verschiedenen Einflüsse in meinem Rock verarbeitet werden sollen. Die Lieder die ich geschrieben habe ließen zwar Freiheiten in der Interpretation, aber das war es dann auch, denn ich wollte die Songs so hören, wie ich sie auch geschrieben hatte. Deswegen war im Studio auch keine Zeit für Experimente, sondern die Umsetzung erfolgte nach kurzem Proben in der Live-Einspielung der Songs. Keine Pro Tools Arien, wobei verschiedene Parts zu Songs zusammengebastelt werden, was man hinterher auch immer hört, sondern richtige Songs, die auch Live funktionieren müssen. Mit dem Sänger Charlie Huhn (u.a. Ex-Ted Nugent, Garry Moore, Humble Pie) habe ich den richtigen Partner und Sänger für meine Songs getroffen. Einen besseren Sänger hätte ich mir nicht wünschen können, kommt er doch genau aus der Ecke (Blues Rock) in der ich mich auch sehe. Die Interpretation auf dem Album beweist das Eindrucksvoll! Soul in der Stimme, immer ein wenig an Steve Mariott, Rod Steward oder Bon Scott erinnernd, ist er die perfekte Stimme für dieses und zukünftige Alben. Ich freue mich schon auf die ersten Konzerte mit ihm. Genauso ein Treffer ist der Bassist Marcello Linhares, ein sehr bekannter Fusion Bassist aus Rio, der eigentlich im Jazz und Fusion Bereich tätig ist, aber auch als Studiomusiker an vielen Internationalen Produktionen beteiligt war. Sein Herz aber gehört dem Rock und er hat mit Begeisterung an dieser Scheibe gearbeitet. Genauso wie der Ausnahme Drummer Glaucio Ayala, der mit Brasiliens Superstars „Enginheiros do Hawaii“ unterwegs ist. Stephan Weiler ist ein alter Bekannter am Piano und denn Keyboards, über dessen Qualitäten ich keine Worte zu verlieren brauche. Zu guter letzt möchte ich noch die Backgroundsängerinnen nennen, die mit Brasiliens Superstar Roberto Carlos arbeiten und die für die Scheibe einen phantastischen Job abgeliefert haben. Oh, und natürlich Armando Marcao, Percussions. Er ist viele Jahre mit Pat Metheny auf Tour gewesen und hat mit seinem Können dem Album den entscheidenden Stempel aufgedrückt.

Titel:

1. Just be yourself
2. Best day of my life
3. Sarcastic gutter blues
4. I ain‘ t around no more
5. Garbage man
6. Made to last
7. Master of destruction
8. Pawn shop
9. Come back (another time)
10. Hasta un cualquier dia
11. Wheel of fortune
12. Barra da tijuca

  • Matt Roehr – Guitars, Back Vocals
  • Charlie Huhn – Vocals, Back Vocals (Ted Nugent, Humble Pie, Gary Moore, Victory, Foghat, USA)
  • Stephan Weiler – Keyboards and Pianos (Onkelz etc.)
  • Glauçio Ayala – Drums (Orchestra Scala Miami, etc., Brasilien)
  • Marçello Linhares – Bass (Mike Stern, etc., Brasilien)
  • Armando Marçao – Percussions (Pat Metheny, etc., Brasilien)
  • Vivian Arman – Back Vocals (Roberto Carlos, etc. – Brasilien, nur Studio)
  • Nair Arman – Back Vocals (Roberto Carlos, etc. – Brasilien, nur Studio)